Wie essen­ti­ell ist Vit­amin D3?

Vit­ami­ne wer­den den orga­ni­schen, nicht ener­gie­lie­fern­den, essen­ti­el­len Ver­bin­dun­gen zuge­ord­net. Wir sind auf Vit­amin D ange­wie­sen. War­um? Ganz ein­fach, weil sie nicht oder nur unzu­rei­chend vom mensch­li­chen Orga­nis­mus gebil­det wer­den kön­nen.
Die Haupt­auf­ga­be der Vit­ami­ne besteht in der Teil­nah­me an kata­ly­ti­schen (Coen­zy­me) und regu­lie­ren­den Stoff­wech­sel­pro­zes­sen. Dabei schüt­zen anti­oxi­da­ti­ve Vit­ami­ne wie Vit­amin C und E, ß- aro­tin und die Caro­ti­no­ide unse­re Zell­mem­bra­nen- und Orga­nel­len vor oxi­da­ti­ver- und nitro­sa­ti­ver Schä­di­gung durch freie Radi­ka­le. Dage­gen wer­den alle B Vit­ami­ne (z.B. Thia­min, Pyri­do­xin) für die Nerven‑, das Gehirn- und den Ener­gie­stoff­wech­sel benö­tigt. Aus die­sem Grund zählt der B Vit­amin-Kom­plex zu den neu­ro­tro­pen Vit­ami­nen. Die fett­lös­li­chen Vit­ami­ne A und D haben in die­ser Rie­ge eine beson­de­re Rol­le inne: Sie grei­fen in das Wachs­tum und die Dif­fe­ren­zie­rung unter­schied­lichs­ter Zel­len und Gewe­be ein. Aber was bedeu­tet das für unse­re Gesund­heit?

Vitamin D3 und unsere Gesundheit

Eine Vit­amin-D3-Sup­ple­men­ta­ti­on ist mit einer Rei­he von gesund­heit­li­chen Vor­tei­len asso­zi­iert: Das fett­lös­li­che Vit­amin über­nimmt zum Bei­spiel vie­le Funk­tio­nen in der Wund­hei­lung. Es führt zu einer erhöh­ten kogni­ti­ven Leis­tungs­fä­hig­keit und unter­stützt die Immunfunk­ti­on. Dabei über­nimmt es vor­ran­gig Auf­ga­ben in der Immun­ab­wehr, indem es die Pro­duk­ti­on des anti­mi­kro­biel­len Pep­tids Cathe­li­ci­din anregt. Anti­mi­kro­biel­le Pep­ti­de wie Cathe­li­ci­din agie­ren als Art kör­per­ei­ge­ne Anti­bio­ti­ka, die Bak­te­ri­en bin­den und neu­tra­li­sie­ren kön­nen. Dar­über hin­aus sti­mu­liert Cathe­li­ci­din die Vasku­la­ri­sa­ti­on (Blut­ge­fäß­bil­dung) und den Wund­ver­schluss (Epi­the­lia­li­sie­rung). Durch die Induk­ti­on der Cathe­li­ci­din-Pro­duk­ti­on spielt Vit­amin D3 somit eine wich­ti­ge Rol­le im Schutz vor Wund­in­fek­tio­nen. Des Wei­te­ren modu­liert Cal­ci­tri­ol (Vit­amin D3) die Auf­nah­me von Cal­ci­um im Darm und eben­so die Ver­ar­bei­tung im Kno­chen­auf­bau. Eine Meta-Ana­ly­se zeigt, dass das Risi­ko einer Kno­chen­frak­tur (non­verebral) deut­lich redu­ziert ist, wenn die Pro­ban­den über 400 IE Vit­amin D3 pro Tag sup­ple­men­tier­ten. Vit­amin D wird in nahe­zu allen Gewe­be­re­zep­to­ren gefun­den. Aus die­sem Grund beschleu­nigt die Gaben von Vit­amin D3 im ver­letz­ten Mus­kel die funk­tio­nel­le Restau­ra­ti­on des zer­stör­ten Gewe­bes durch eine Ver­bes­se­rung des zel­lu­lä­ren Tur­no­vers via Sti­mu­lie­rung der Pro­li­fe­ra­ti­on der Fibro­blas­ten im Wund­ge­biet. Eine ver­bes­ser­te Rege­ne­ra­ti­on des Mus­kels bedeu­tet dane­ben mehr Fort­schritt im Trai­ning.

Vitamin D im Sport

Vit­amin D ist nicht nur ein All­roun­der im Bereich der Wund­hei­lung und Rege­ne­ra­ti­on, nein, auch im Bereich der sport­li­chen Leis­tungs­fä­hig­keit zei­gen sich vie­le Vor­tei­le durch eine Vit­amin-D-Sup­ple­men­ta­ti­on. Vit­amin D akti­viert eine Rei­he an Genen, die an der Tes­to­ste­ron­pro­duk­ti­on betei­ligt sind. Zwi­schen einer Vit­amin-D-Ein­nah­me und erhöh­ten Tes­to­ste­ron­wer­ten besteht eine direk­te Kor­re­la­ti­on! Die­ser Aspekt lässt uns schwe­rer und här­ter trai­nie­ren. Um die gewünsch­ten Effek­te zu errei­chen, muss der Ath­let aller­dings eine aus­rei­chen­de Men­ge an Vit­amin D sup­ple­men­tie­ren.

Dosierung

Vit­amin D3 und K2 wir­ken syn­er­gis­tisch. Bei­de Vit­ami­ne tei­len sich vie­le Mecha­nis­men und soll­ten daher zusam­men sup­ple­men­tiert wer­den. In die­sem Kon­text wird auf ein siche­res obe­res Limit von 4.000 IE Vit­amin D3 pro Tag ver­wie­sen. 1.000- 2.000 IE pro Tag stel­len somit die unte­re Gren­ze dar, durch wel­che die Wund­hei­lung posi­tiv beein­flusst und die Gefahr einer neu­en Ver­let­zung redu­ziert wer­den kann. Die mini­ma­le effek­ti­ve Dosis für eine Sup­ple­men­ta­ti­on mit dem Syn­er­gis­ten Vit­amin K2 beläuft sich auf 90–360mcg.


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Info zum Autor:

Mein Name ist Alex­an­der Pans­kus, 26 Jah­re alt. Von Beruf bin ich Sport- und Spa­nisch­leh­rer. Neben­be­ruf­lich bin ich als Per­so­nal Trai­ner tätig mit dem Schwer­punkt Cross­Fit Com­pe­ti­ti­on und Ernä­rung. Sel­ber bin ich ambi­tio­nier­ter Cross­Fit Ath­let.

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